Im falschen Film

März 6th, 2010

Ein Freund, der erst kürzlich von einem Auslandssemester aus Spanien zurückgekommen ist, hat in Kürze Geburtstag. Sein Mitbewohner schlägt vor eine Überraschungsparty zu organisieren, wofür ich recht leicht zu begeistern bin, da ich noch nie auf einer Überraschungsparty war. Erstens werden solche selten gegeben und zweitens, wenn es mal dazu kommt wird der zu Überraschende doch vorher informiert, um sicherzugehen, dass er auch zu hause ist…
Naja, wer mich kennt weiß, dass ich niemals aufgebe. Also führen wir ein paar Telefonate mit gemeinsamen Freunden und siehe da: Keiner kann kommen. Letztlich haben wir doch eine Freundin erreicht, die uns eine Zusage für sich und ihren Freund gibt. Alles klar, mein Freund und ich, wir sind gespannt, denn heut – ach ne, das war was anderes. Wir verabreden uns also am Tag der Überraschung vorher noch einkaufen zu gehen, ein Geschenk zu besorgen und etwas leckeres, was wir für die Party und das Geburtstagskind kochen können, welches sich ausschließlich von Mensaessen und gelieferten oder Tiefkühlpizzen ernährt. Standardmäßig wird der “zu Überraschende” also doch wieder vorher informiert und ihm wurde per SMS noch nahe gelegt nichts zu essen, da wir gemeinsam kochen wollen. Um den Präsentkorb, den wir ihm unter nicht geringem Aufwand besorgen ( sein Mitbewohner unterbricht das Lernen in der Bibliothek, was für ihn sehr untypisch ist und wir fahren mit dem Bus durch das Kreuzberg Aachens zum Real am braunen Salon der Welt ) noch anständig herrichten zu können ohne, dass er davon etwas merkt machen wir aus, dass ich bei ihm anklingel, wenn ich vor der Tür stehe und ich mich in die Wohnung schleichen kann. Perfekt, wir machen also das Beste draus, es ist noch etwa eine halbe Stunde, bis es starten kann, da erhalte ich eine SMS: “Wir kommen heute nicht sorry mir gehts nicht so gut. Ihr müsst ohne uns feiern. [...] Feiert schön. Gruß” Jaa…
Ich mach mich mit den Sachen auf den Weg zum Bus, jedoch werde ich im Treppenhaus abgefangen von einem Mieter, der erst seit kurzem in dem Haus wohnt. Er fragt, ob ich mitbekommen hätte wie er sein Klavier gestimmt hat und ob mich das gestört hätte. Ich denk nur “Digga so laut wie ich Musik höre, kann mich das erstens nicht stören und zweitens schon gar nicht vor 22 Uhr.” Naja, im nächsten Moment seh’ ich den Bus vor meiner Nase wegfahren, was ich bei diesem Bus allerdings mittlerweile gewohnt bin…
Also zur anderen Haltestelle und dort mit dem nächsten Bus fahren. Der Busfahrer schafft es, nachdem die Fahrgäste eingestiegen sind, auf die rote Ampel in 3m Entfernung zuzustöttern und danach noch eine Vollbremsung hinzulegen. Ich habe einen Rucksack, eine Einkaufstüte und einen Flechtkorb dabei, was es mir auch schwer macht an zwei sich im Gang gegenüberstehenden Turteltauben vorbeizukommen. Was macht also der Affe von Busfahrer an der Haltestelle, an der ich raus muss? Genau, er macht nur hinten auf. Naja, wie abgemacht schleiche ich mich in die Wohnung und trage meinem Freund die Leidensgeschichte vor. Wir machen aber natürlich dennoch das Beste draus und blasen schon mal die Luftballons auf und richten den Präsentkorb her.
Alles ist vorbereitet und wir klopfen an die Tür des Geburtstagskindes, in dessen Zimmer Licht brennt. *klopf* *klop* – nichts.
*klopf* *klopf* *klopf* – nichts. Er scheint zu schlafen. Hey, der Abend ist gerettet: Jetzt können wir schon mal kochen und wenn wir dann fertig sind, gehen wir ihn wecken und es gibt doch noch eine kleine Überraschung. Aus dem Zimmer hören wir ein Handy klingeln, kurz darauf die Stimme des Geburtstagskindes. Die Tür geht auf: “Hey, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!” “Wir haben dir eine Kleinigkeit besorgt.” Er wird in die Küche geführt: “Ihr seid doch verrückt!”, zieht sich an: “Ich kann heut’ nicht mit Karten spielen” die Wohnungstür geht zu.

Mein Freund: :o ,… °-°,… -.-,… °-^, … o_0

Ich: -.-,… -.0,…. :-°, :o , … °-° …. surprise…

Im Aldi

Januar 11th, 2010

Vor einiger Zeit wollten ein Freund und ich für uns, seine Freundin und seinen Mitbewohner etwas zu Essen zubereiten. Zu diesem Zweck gingen wir vorher einkaufen. Was, das war uns vorher noch nicht klar, aber wir beschlossen letztlich Nudeln mit einer Käsesauce zu „zaubern“. Das klingt nicht sonderlich kreatief, darum haben wir uns überlegt die Käsesauce wenigstens selbst zusammenzustellen. Dem Einfallsreichtum waren keine Grenzen mehr gestellt, als wir uns einig waren, dass uns Gorgonzola zu teuer war. Also haben wir uns durchgelesen, was in so einer Fertigmischung für Käsesauce drin ist – erstaunlicherweise: Käse! Weise wie wir sind, ließen wir den Einkaufswagen bei den Maiskonserven stehen und machten uns auf zur Käsetheke. Wir waren gerade dort angekommen, umringt von ca. 8 Einkaufswagen und weiteren noch im Gang stehend, als vom Lager aus eine Mitarbeiterin mit einem riesigen und breiten Stapelwagen sich den Weg durch die Kühlabteilung nach ganz hinten bahnen wollte. „Kann ich bitte mal durch?!“ Auf diesen Satz folgte eine Welle von weiteren fünf Einkaufswagen, die von hinten gegen die bereits stehenden brandete. Mein Freund nur: „WTF?!, muss die gerade JETZT hier lang? Es ist ja nicht so, als wäre es schwer zu erkennen, dass man hier nicht durchkommt. Mich hat der Umstand, dass sie durch die bereits ca. 8 vorhandenen Wagen durchpreschen wollte schon fast lachend auf dem Boden rollen lassen, aber als dann die Nachhut von 5 weiteren Wagen anrückte war ich am Ende. Vermutlich hätte ich tatsächlich da gelegen, wenn denn die Situation es nicht unmöglich gemacht hätte sich auch nur im stehen zu drehen. Die Leute um uns herum waren entweder völlig entsetzt und grummelten über diese Umstände oder waren total perplex über den Irren in ihrer Mitte, der sich darüber schier totlachte. Ich verfluchte bloß lachend die Schande, dass ich keine Videokamera oder doch wenigstens einen Fotoapparat dabei hatte…

Auf bald,
omfgcrit

Abenteuerlust

Januar 9th, 2010

Freitag der 8.01.2010

Die Vorlesung endete heute etwas früher, da noch etwas organisatorisches besprochen wurde, mit dem wir zeitig fertig wurden. Auf diese Weise hatte ein Freund von mir, der in Roetgen wohnt die Chance darauf den Bus, welcher um 14:45 am Bushof abfährt zu erwischen. Zu diesem Zeitpunkt war es etwa 14:35 und wir befanden uns in der Ahornstraße 55. Wir warteten innen, da man den Bus von da aus sehen und so bequem einsteigen kann, sobald er hält. Ich hätte eigentlich auf die andere Seite der Haltestelle gemusst, jedoch hatte ich noch etwas Lust auf Gesellschaft und Unterhaltung.
Wir arbeiteten heraus, dass mein Freund, wenn ein günstiger Zug käme, von Westbahnhof zum Hauptbahnhof fahren könnte und da in seinen Bus. Das Risiko war ihm heute zu groß und ich bot ihm an, das mal in Erfahrung zu bringen. Er führe laut seiner Aussage für gewöhnlich mit der 33 bis zum „Audimax“ und würde von dort aus schnellen Schrittes mit gelegentlichen Laufeinlagen bis zur Hauptpost laufen, an der sein Bus erst 7 Minuten nach Abfahrt am Bushof halten würde.
Ich hielt diese These für gewagt, da zwischen den beiden Haltestellen nur noch eine liegt. Aber er schien schon Erfahrung gehabt zu haben.
Da fuhr auf der anderen Seite die 12 vorbei, die ich eigentlich genommen hätte und mir ging auf: “Eigentlich könntest du auch einfach die 12 nehmen und damit direkt zur Hauptpost durchfahren.” Das war für ihn eine ganz neue Eröffnung und er hatte vor, dies das nächste Mal in Erwägung zu ziehen. Irgendwann kam dann auch die 33 und wir stiegen ein. Von einer Haltestelle vor “Westbahnhof” hat man einen Blick auf den Westbahnhof selbst und wir stellten fest, dass da noch einige Leute standen,
jedoch war nicht sicher für welchen Gleis. Wir fuhren also weiter. Die nächste Haltestelle war dann “Audimax” und er wollte aussteigen um seinem Plan nachzugehen von da aus zu “Hauptpost” zu laufen. Ich stellte die Überlegung an, dass man doch auch noch bis “Driescher Gässchen” weiterfahren kann und dann von dort aus loslaufen. Wir hatten leider nicht viel Zeit darüber nachzudenken, als auch schon die Türen wieder schlossen. In der dadurch “gewonnenen Zeit” allerdings haben wir beschlossen, dass das absoluter Quatsch ist und mussten feststellen, dass es bereits 14:45 war, als wir an “Driescher Gässschen” ankamen. Wir blieben also in der 33 und fuhren weiter bis zum “Bushof” und dann “Elisenbrunnen”, an dem wir seinen Bus leider nicht stehen sahen, dafür aber noch Ausschau nach wartetenden Roetgenern, im gehässigen Volksmund auch “Eifelyetis” genannt, hielten. Wir konnten keine bekannten Gesichter ausmachen und mir kam die Idee, dass er ja noch bis “Normaluhr” mit der 33 weiterfahren könnte und da versuchen, seinen Bus zu erwischen. (Die 33 fährt einen anderen/schnelleren Weg dorthin allerdings hält er auch nicht an der richtigen Seite und man müsste noch 1-2 Ampeln überqueren.) Ich selbst hätte eigentlich am Elisenbrunnen aussteigen und einen Bus nehmen können, der mich direkt vor die Haustür fährt. Jedoch hatte mich die Abenteuerlust gepackt und ich wollte wissen, ob er das schafft.
So fuhren wir also weiter bis zu “Normaluhr”. Auf dem Weg dorthin hat mich das rote Anzeigefeld auf dem Display der nebenbei erwähnt recht grantigen Busfahrerin fasziniert, welches „-2“ anzeigte. Ich fragte mich, ob das jetzt bedeutet, dass der Bus zwei Minuten zu früh dran ist, oder zu spät. Ich kam zu dem Schluss, dass es „zu früh“ heißen müsste, da sich die Anzeige auf „-1,5“ änderte, wenn wir standen und sich wieder nach oben korrigierte, wenn wir wieder zügig fuhren. Vielleicht war die Busfahrerin selbst von unseren absurden Plänen ergriffen, was ihren Fuß schwerer werden ließ. Mein Freund sinnierte währenddessen, dass er vielleicht doch lieber von dort aus zu “Rosenquelle” (eine Haltestelle weiter) laufen würde. Ich war Feuer und Flamme von der Idee, stieg mit ihm aus und sah mich im nächsten Moment mit ihm durch den Schnee sprinten. Auf der Gegenüberliegenden Seite der Haltestelle angekommen, die Lungen brennend, der Atem versagend, sahen wir dort Wartende Menschen und dann sahen wir “IHN” – seinen Bus.
Wir hatten es geschafft!
Im Anschluss an dieses atemberaubende Abenteuer bin ich dann per pedes nach Hause (Die Entfernung entsprach etwa der von der Ahornstraße 55 bis zu mir nach Hause) mit einem kurzen Abstecher zum Pennymarkt, in dem ich noch ergänzende Einkäufe tätigen wollte zum anstehenden Schneesturm, was allerdings zunächst mit der Schwierigkeit verbunden war, dass die Einkaufswagen meine Münzen abwiesen und ich letztlich von ein paar tatsächlich nützlichen Lebensmittel abgesehen mir einiges gradezu unsinniges in den Wagen, dann auf das Fließband und dann nach Bezahlung wieder in den Wagen gelegt habe. Möglicherweise noch Auswirkungen des bestandenen Abenteuers.

So long,
omfgcrit

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